Personenverzeichnis

Die Hauptpersonen der Trilogie

Daniel Waterhouse

Daniel Waterhouse wird Mitte des 17. Jahrhunderts als Sohn des ärmlichen Puritaners und Schmugglers Drake Waterhouse und seiner Frau Hortense geboren. Er studiert am Trinity College, wo er unter Adelssöhnen einen schweren Stand hat. Sein Zimmernachbar Isaac Newton weckt Daniels Interesse an der gerade aufkommenden „Naturphilosophie“ (wie die Anfänge der Naturwissenschaften genannt werden). Daniel assistiert Newton bei teilweise äußerst riskanten Experimenten und beginnt ebenfalls leidenschaftlich nach Wissen und Erkenntnis zu streben. Den Winter 1665/66 verbringt Daniel in Epsom, wo die ehrgeizigen Naturphilosophen Robert Hooke und John Wilkins (der fiktive Autor des Ver- und Entschlüsselungsbuches „Cryptonomicon“) ihn in die Royal Society aufnehmen, die Frühform einer wissenschaftlichen Akademie. 1673 trifft Waterhouse mit Gottfried Wilhelm Leibniz zusammen und diskutiert mit diesem über die göttliche Vorsehung und die Willensfreiheit. Während in London Aufstände toben, betritt Daniel Waterhouse die politische Bühne als Aushängeschild der Puritaner und Vorzeigedissident.

Mit dem Tod von Charles II. findet die religiöse Toleranz des Königs ihr Ende. Daniel Waterhouse kehrt dem zerrissenen Europa den Rücken. In Boston will er sich eine neue Existenz aufbauen und gründet das "Massachusetts Bay Colony Institute of the Technologickal Arts" (eine Anspielung auf das heutige MIT) – eine Unternehmung, der allerdings wenig Erfolg beschieden ist.

1714 überbringt der mysteriöse Enoch Root Daniel ein Brief von Prinzessin Caroline von Brandenburg-Ansbach, in dem diese dringend auf seine Rückkehr nach England dringt, um im Streit zwischen Newton und Leibniz zu vermitteln. Dies geschieht vor dem Hintergrund eines drohenden Bürgerkriegs in Großbritannien, da es um die Gesundheit von Queen Anne schlecht bestellt, und die Thronfolge nach ihrem Tod nicht geregelt ist.

Daniel Waterhouse hat mit seiner Frau Faith (Page) Waterhouse einen Sohn, Godfrey William Waterhouse, und ist ein Vorfahr von Lawrence und Randy Waterhouse aus „Cryptonomicon“.

Jack Shaftoe

ein historisches Vorbild der Schelmenfigur Jack Shaftoe mag der berüchtigte Londoner Dieb und Glücksritter Jack Sheppard (* 4. März 1702, † 16. November 1724) gewesen sein.

Im Laufe der Barock-Trilogie trägt Jack Shaftoe viele Namen wie König der Landstreicher, L'Emmerdeur, Ali Zaybak oder Jack der Falschmünzer ...

Aufgewachsen als Gassenjunge in den Londoner Elendsvierteln, zieht es Jack Shaftoe in die Welt hinaus – und von Abenteuer zu Abenteuer. In Salzburg schließt er sich 1683 der Armee an, die auf das belagerte Wien zumarschiert, um die Türken zu vertreiben. Bei dieser Gelegenheit “befreit” Jack die einzigartige Eliza , eine weiße Haremssklavin, in die er sich unsterblich verliebt. Gemeinsam mit seiner geschäftstüchtigen Herzensdame zieht Jack zunächst durch Europa, bis sich ihre Wege wieder trennen.

Wie durch ein Wunder überlebt Jack eine Syphiliserkrankung, entflieht seinerseits einem Schicksal als Galeerensklave, umrundet die halbe Welt, erlangt und verliert sagenhafte Reichtümer – und folgt letztendlich doch nur dem einen Ziel, seiner geliebten Eliza wieder ins Antlitz zu blicken …

Jack hat einen Bruder namens Bob und ist ein Vorfahr der Figur Bobby Shaftoe in „Cryptonomicon“

Eliza

Eliza, deren geheimnisvolles Wesen dadurch unterstrichen wird, dass sie keinen Nachnamen trägt, stammt aus Qwghlm, einer Inselgruppe vor der Nordwestküste Englands. Sie wurde in jungen Jahren von Piraten entführt und als Odaliske in einen türkischen Harem verkauft. Als die Türken Wien belagern, trifft sie zum ersten Mal auf Jack Shaftoe und kann mit ihm fliehen.

Elizas Schönheit und Klugheit öffnen ihr viele Türen: Sie wird zur einflussreichen Hofdame des französischen Sonnenkönigs, zur Mätresse, Spionin, Kryptographin, Finanzexpertin, aber auch zur Schachfigur in den Händen königlicher Staatenlenker. Elizas vielseitige Begabungen und ihr wacher Geist erschöpfen sich jedoch nicht im höfischen Gerangel um Macht und Einfluss. Mit großem Interesse verfolgt sie die entstehende Naturphilosophie und steht in regem Austausch mit den bedeutendsten Denkern ihrer Zeit. Doch das Netz der höfischen Ränke und Intrigen ist so fein gesponnen, dass ihm kaum jemand ganz entkommt. So bleibt Elizas Leben stets ein veritables Unterpfand, um sich der Schurkendienste Jack Shaftoes zu versichern …

Die dreifache Mutter Eliza ist eine Ahnin der Figur Rudolf von Hacklheber in „Cryptonomicon“.

 
MANHATTAN GOLDMANN MANHATTAN GOLDMANN