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Stammbäume

Detaillierte Stammbäume der europäischen Herrenhäuser, Lebensläufe bedeutender Herrscher, die die Epoche prägten

Anna Stuart, Königin von Großbritannien und Irland 1702–1714, * 6. 2. 1665 Wickenham, † 1. 8. 1714 Kensington; Tochter Jakobs II., eng befreundet mit der Gemahlin des Herzogs von Marlborough, der sich im Spanischen Erbfolgekrieg auszeichnete. Anna war streng protestantisch-hochkirchlich eingestellt.

Cromwell [′krɔmwɘl], Oliver, * 1599, † 1658, engl. Politiker; strenger Puritaner; organisierte im Bürgerkrieg zwischen König und Parlament das Parlamentsheer und trug zu dessen Siegen bei. Cromwell stimmte für die Hinrichtung Karls I. (1649), wurde 1653 »Lordprotektor« mit diktatorischen Vollmachten. Durch Siege über Holland und Spanien stärkte er Englands Machtstellung. Sein Sohn Richard wurde 1658 sein Nachfolger, aber schon 1659 gestürzt.

George I.,* 1660, † 1727, König 1714-27, als Georg Ludwig auch Kurfürst von Hannover seit 1698; überließ die Regierungsgeschäfte weitgehend der Whig-Partei.

George II., Sohn von George I., * 1683, † 1760, König 1727–60, auch Kurfürst von Hannover; unterstützte widerstrebend Friedrich den Großen im Siebenjährigen Krieg, ließ in der Innenpolitik dem Whig-Ministerium Walpole und dem älteren William Pitt freie Hand.

Wilhelm III. von Oranien, * 1650, † 1702, Statthalter der Niederlande 1672–1702, König von England, Schottland (als Wilhelm II.) und Irland (als Wilhelm I.) 1689–1702; landete, von mehreren Lords gerufen, 1688 in England und vertrieb seinen Schwiegervater Jakob II. (Glorreiche Revolution); beschwor die Declaration of Rights von 1689.

Jakob II. (engl. James), Enkel von Jakob I., * 1633, † 1701, König 1685–88 und als Jakob VII. König von Schottland; Bruder Karls II.; wurde 1672 katholisch, deshalb auf Drängen der parlamentarischen Opposition während der »Exclusion Crisis« (1679–81) des Landes verwiesen. Nach seiner Thronbesteigung betrieb er eine absolutistische Politik, die Rekatholisierungsversuche einschloss. In der »Glorreichen Revolution« 1688/89 wurde er abgesetzt.

Karl I., * 1600, † 1649 (hingerichtet), König 1625–49; versuchte in England den Absolutismus durchzusetzen und regierte 1629–40 ohne Parlament.

Ludwig XV., Urenkel von Ludwig XIV., * 1710, † 1774, König 1715–74. Seine Mätressenwirtschaft (Madame de Pompadour, Madame de Dubarry) und seine Prachtentfaltung trugen zur Finanzschwäche des Staates bei. Ludwig XIV., Sohn von Ludwig XIII., * 1638, † 1715, König 1643–1715; führte das französische Königtum auf den Gipfel seiner Macht, verkörperte den Höhepunkt des französischen Absolutismus (Roi Soleil, »Sonnenkönig«) und verschaffte französischer Kultur und Wissenschaft hohes Ansehen. Nach dem Tod seines Vaters 1643 stand Ludwig unter der Vormundschaft seiner Mutter Anna von Österreich, deren Leitender Minister Kardinal Mazarin die Staatsgeschäfte bis zur Regierungsübernahme durch den König (1661) führte. Im Innern gelang es Ludwig, die staatliche Macht völlig auf seine Person zu konzentrieren (»L'État c'est moi«). Dem Adel nahm er allen politischen Einfluss und band ihn durch Teilhabe an einem glanzvollen Hofleben, das er 1682 von Paris in das Schloss von Versailles verlegte. Sein Finanzminister Colbert führte die Wirtschaftsform des Merkantilismus auf den Höhepunkt. 1685 hob Ludwig das Edikt von Nantes auf und löste damit eine Emigrationswelle der Hugenotten aus, die die durch prunkvolle Hofhaltung und hohe Militärausgaben strapazierten Staatsfinanzen weiter schwächte. Außenpolitisch sollten drei Hegemonialkriege (Devolutionskrieg 1667/68, Holländischer Krieg 1672–79, Pfälzischer Erbfolgekrieg 1688–97) die Vormachtstellung der französischen Krone in Europa dauerhaft sichern. Ein Vorhaben, das im Spanischen Erbfolgekrieg 1701–13/14 seine Grenzen fand. Durch finanzielle und militärische Überspannung leitete Ludwig den Niedergang seines Landes ein, der die Weichen für die Französische Revolution stellte.

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MANHATTAN GOLDMANN MANHATTAN GOLDMANN